Im 3. Teil unserer Serie geht es um das Ausrücken und die Anfahrt zur Einsatzstelle!

Wir sind alarmiert worden, haben uns zügig zum Gerätehaus begeben und sitzen nun im Löschfahrzeug.

Unser erstausrückendes Fahrzeug ist ein HLF20.

Das HLF steht als Abkürzung für Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug.
( Gibt beim Scrabble richtig Punkte 😉 )

Auf dem Allrounder ist alles drauf, was man für das breite Aufgabenfeld der Feuerwehr benötigt.

Das Fahrzeug verfügt über einen 2.000 Liter fassenden Wassertank, das ist erstmal ein ausreichender Puffer bei einem Brandeinsatz, bis die Wasserversorgung aufgebaut ist.


Außerdem befindet sich jede Menge Schlauchmaterial, Strahlrohre, vier Atemschutzgeräte, Lüfter, Schaummittel und Kleinlöschgeräte auf dem Fahrzeug. Für die technische Hilfeleistung ist ein Rettungssatz mit Schere und Spreizer an Bord. Auch Rettungszylinder, Unterbaumaterial, Hebekissen, Werkzeug, Ölbindemittel und ein Sprungretter sind verlastet.
Eine festverbaute Pumpe, ein Stromerzeuger sowie ein am Fahrzeugheck angebrachter Lichtmast, gehören ebenso zur Ausstattung wie die Schieb- und Steckleiter auf dem Dach des Fahrzeugs.

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In der Mannschaftskabine ist Platz für eine Gruppe, diese besteht aus 9 Feuerwehrangehörigen, die sich wie folgt verteilen.

Vorne links im Fahrzeug sitzt der Maschinist, er fährt das Fahrzeug. An der Einsatzstelle bedient er alle Aggregate und die Pumpe, auch die Erstabsicherung der Einsatzstelle zählt zu seinen Aufgaben.

Rechts vorne sitzt der Gruppenführer. Er ist verantwortlich für die Mannschaft und verteilt die Aufgaben an die ihm zur Verfügung stehenden Trupps. Ist kein Einsatzleitdienst vor Ort, leitet der Gruppenführer des ersten Fahrzeugs den Einsatz.

Hinten im Fahrzeug ist Platz für 7 Personen. Diese teilen sich in 3 Trupps und den Melder auf. Es gibt einen Angriffstrupp, einen Wassertrupp und einen Schlauchtrupp. Jeder Sitzplatz hat seine Funktion. So weiß jeder genau was er zu tun hat.

Bei einem Brandeinsatz beispielsweise rüstet sich der Angriffstrupp und der Wassertrupp mit Atemschutzgeräten aus. Dies geschieht auf der Anfahrt. In die Sitze der beiden Trupps sind die Geräte eingebaut und können „bequem“ während der Fahrt angelegt werden.

Selbstverständlich gibt es Tageszeiten, an denen die Personaldecke recht dünn ist, oder durch das hohe Verkehrsaufkommen, die Anfahrt zum Gerätehaus länger dauert. Somit ist klar, dass wir nicht immer mit voller Besetzung zum Einsatz fahren können. In solch einem Fall, übernehmen die Trupps dann weitere Aufgaben. Kräfte, die erst am Gerätehaus eintreffen, wenn das erste Fahrzeug schon unterwegs ist, besetzen dann weitere Fahrzeuge.

Auf dem Weg zum Einsatzort quälen wir uns durch den immer dichter werdenden Stadtverkehr. In Seitenstraßen gibt es kaum ein Durchkommen, da etliche Fahrzeuge falsch geparkt sind. Das Motto oft: „Hier wohne ich, hier parke ich“! Unsere Fahrzeuge sind 2,5 Meter breit und wenn wir mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, geht es oft um Sekunden. Die Zeit, stundenlang rumzukurven und 20 Leute rauszuschellen, damit diese ihre PKW wegfahren, haben wir einfach nicht. Hier darf jeder gern mal eine Minute drüber nachdenken.

Wenn es auf die Autobahn geht, ist meist das erste Problem die Rettungsgasse. Wobei das echt eine kinderleichte Angelegenheit ist. Bereits bei stockendem Verkehr halten sich die Fahrzeuge auf der linken Spur ganz links und alle anderen rechts. So kann das aussehen:

Jetzt nähern wir uns der Einsatzstelle.
Der Gruppenführer gibt seinem Maschinisten an, wo er das Fahrzeug aufgestellt haben möchte. Hier ist zu beachten, dass beispielsweise eine nachrückende Drehleiter, möglichst in direkter Nähe zum Objekt einen Aufstellplatz findet und nicht alles mit Löschfahrzeugen vollgestellt ist. Die Drehleiter ist ein wichtiges Instrument für die Menschenrettung und sollte daher unmittelbar am Objekt Platz finden. Jetzt sind alle Fahrzeuge eingetroffen und der Einsatzbefehl wird erteilt ….

Was nun passiert und wer was macht, erzählen wir euch demnächst auch hier an dieser Stelle.